Lektion 3

21. Oktober 2021

Studierende bei der Einstiegsfrage
Studierende bei der Einstiegsfrage

Storytelling - Geschichten verbinden

Zur Einführung sollten wir uns die Frage stellen, ob wir einer wildfremden Person Geld geben würden, wenn sie uns danach fragt. Die meisten von uns würden einer fremden Person eher Geld geben, wenn sie eine Geschichte mit ihr teilen, also etwas gemeinsam haben. Denn dies verbindet. Geschichten verbinden. 


Storytelling vs. Fakten

Wir alle hören gerne Leuten zu, die gute Geschichten erzählen. Sie prägen uns. Oft fliessen nämlich unsere Emotionen mit ein. Dadurch können wir uns viel besser in die Situation "reinfühlen", was dazu führt, dass uns die Geschichte real vorkommt. Dies wird in der rechten Grafik abgebildet. 65% der Kommunikation findet auf Ebene von Storytelling (= Geschichten erzählen) statt, die anderen 35% werden als "restliches Blabla" definiert. Die zwischenmenschliche Kommunikation, egal ob im privaten Umfeld, bei der Arbeit oder im sonstigen Leben, findet also grösstenteils in Form von Geschichten statt.

Statistisch gesehen können wir uns Informationen, welche in Storys verpackt werden, um ein vielfaches besser merken als wir dies bei Informationen in Form von trockenen Fakten tun können. Wie gross dieser Unterschied wirklich ist, wird in der Grafik rechts dargestellt. Bei Geschichten werden im Gegensatz zum Hören von reinen Fakten nämlich sechs zusätzliche Hirnareale aktiviert. 


Kommunikation auf Ebene von Storytelling und restlichem Blabla
Kommunikation auf Ebene von Storytelling und restlichem Blabla
Merken von Storys vs. Fakten
Merken von Storys vs. Fakten

Aktivierte Hirnregionen bei Fakten vs. Storytelling

Aktivierte Hirnregionen beim Hören von Fakten und Geschichten
Aktivierte Hirnregionen beim Hören von Fakten und Geschichten

Beispiel Storytelling vs. Fakten

Um dies etwas zu verdeutlichen bekamen wir zwei verschiedene Beispiele aufgezeigt. Einmal wurde uns eine kurze Lebensgeschichte mit Fakten erzählt, das zweite Mal wurde sie uns als Story erzählt.

Hier die beiden Beispiele:

Lebensgeschichte als Fakten
Lebensgeschichte als Fakten
Lebensgeschichte als Story
Lebensgeschichte als Story

Besprechung Arbeitsauftrag 2

In drei Gruppen sollten wir jeweils einen der drei Akte (Exposition, Hauptteil, Ende) vom  Arbeitsauftrag 2 etwas genauer besprechen und danach den anderen erläutern. Die Aufgabe dabei war, sowohl auf den Film ("Untold. Breaking Point") Bezug zu nehmen, als auch auf das Storytelling allgemein. Meine persönliche Analyse des Filmes ist unter dem Arbeitsauftrag 2 zu finden. 

Gute Geschichten haben immer eine sehr ähnliche Grundstruktur. Eine Geschichte sollte eine Einführung haben mit anschliessender ansteigenden Spannung bis zum Höhepunkt. Von dort aus wird es einen Wendepunkt geben welcher in einer Tragödie endet. Der Schluss des Filmes zielt oft darauf ab, aufzuzeigen wie der Protagonist eine Lösung findet und somit der Tragödie wieder entflieht.

Obwohl nicht alle Personen der Gruppe denselben Film geschaut haben, hatten wir keine Probleme damit, die verschiedenen Punkte gemeinsam zu erarbeiten. Dies weil gute Geschichten immer ähnlich aufgebaut sind und dadurch auch ähnliche Elemente haben. Die Punkte welche wir zusammengetragen haben, sind auf den folgenden Bildern zu sehen. 

Wandtafelgekritzel von Jeannine (ist unten noch gut leserlich abgebildet)
Wandtafelgekritzel von Jeannine (ist unten noch gut leserlich abgebildet)
Wichtige Elemente Exposition
Wichtige Elemente Exposition
Wichtige Elemente Hauptteil
Wichtige Elemente Hauptteil
Wichtige Elemente Ende
Wichtige Elemente Ende

Arbeitsauftrag auf nächste Woche:

Reflexion

Mir selbst ist schon öfters aufgefallen, dass es Personen gibt, denen ich gerne zuhöre und andere, bei denen ich mich einfach nur langweile. Woran dies liegt habe ich mich jedoch noch nie wirklich gefragt. Ich dachte mir, dass es entweder an der Sympathie, welche ich zu der Person habe, liegt oder aber an der Geschichte selbst. Aktiv darauf zu achten, WIE jemand eine Geschichte erzählt, werde ich in nächster Zeit jedoch sicherlich vermehrt machen. Was ich aus eigener Erfahrung jedoch sagen kann: "Um den heissen Brei herumreden" führt meistens dazu, dass man dieser Person nicht gerne zuhört.

Dass uns Geschichten so viel besser bleiben als Fakten, war mir ebenfalls nicht klar. Jedoch macht es für mich definitiv Sinn. Wenn ich mir in der Schule oder Uni etwas nicht gut merken kann, dichte ich mir selbst dazu eine Geschichte. Dadurch kann ich mir die Fakten viel besser merken und sie auch besser wiedergeben. Auch bei Fremdsprachen machen ich mir oft Gedichte (Story) aus den einzelnen Wörtern (Fakten). Diese bleiben mir dann oft viel besser.

Der Arbeitsauftrag 2 hat mir sehr gut gefallen und es war spannend, einen Film mal etwas genauer zu analysieren. Wenn ich einen Film schaue mache ich oft noch andere Sachen nebenbei und "verpasse" somit viele kleine Details. Diese verleihen dem Film aber das gewisse etwas. Dank der Analyse war ich gezwungen, auch auf diese Details acht zu geben. Es war für mich jedoch etwas schwierig zu differenzieren, welche Szenen für die Analyse wirklich von Bedeutung sind und welche ich bei meinen Notizen auch hätte weglassen können. Hierzu kann ich aber nur sagen: "Learning by doing". 

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© 2021 Stefanie Bur | Departement für Sport, Bewegung & Gesundheit | Universität Basel | Alle Rechte vorbehalten 

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